Im Zeitalter des DSL bereits, aber umso mehr in dem des LTE hat die Technik des Internets das klassische Radio bereits fast völlig abgelöst. So gut wie jede Rundfunksendung ist weltweit über das Internet zu empfangen – möglicherweise gibt es noch in wenigen Ländern Ausnahmen. Selbst das moderne Autoradio empfängt Programme und auch den Verkehrsfunk über LTE. Nichts destotrotz besitzen noch viele Verbraucher die klassischen Radiogeräte – auch diese jedoch empfangen nicht mehr analoge Signale, sondern der digitale Radio- und Fernsehempfang kommt hier zum Tragen. Sicherlich sind trotz allem noch ältere Autoradios empfangsbereit, neuere Autos und auch die entsprechenden Empfangsgeräte sind jedoch auf den Internetempfang der Gegenwart ausgerichtet. Doch in welchen einzelnen Vorteilen unterscheidet sich nun die Errungenschaft, den PC sowie den Laptop als Empfangsgerät für Radioprogramme nutzen zu können gegenüber dem “klassischen Radio”?
Aufnahmemedien
Seit jeher waren es erpichte und regelmäßige Radiohörer, die darauf Wert legten, ihre bevorzugten Sendungen in einem persönlichen Archiv zur weiteren Verwendung bereitzuhalten. Noch vor einem Jahrzehnt versuchte man so, mit Kassettenrecordern 60-, 90- oder 120-Minuten-Kassetten zu bearbeiten, zur richtigen Sendezeit den Aufnahmeknopf zu betätigen und ebenso die Kassette rechtzeitig zu wenden. Hierbei gingen stets Aufnahmeminuten verloren. All dies ist mit der Entwicklung der Aufnahme-Software nicht mehr notwendig. Nicht nur von der eigenen Stimme über das Mikrofon, sondern jeder Ton, der über die Soundkarten eines PCs erzeugt wird (somit auch Radio- und Fernsehsendungen – bzw. “Streaming”), kann in einer mp3-Datei gespeichert werden. Die einzige Grenze liegt im Speicherplatz der Festplatte – ebenso kann das Datenmaterial einer Sendung im Nachhinein so bearbeitet werden, dass der Zuhörer bevorzugte Sequenzen heraus- oder zusammenschneidet.
Auch die Sendeanstalten archivieren
Der “Podcast” ist die Strategie einer jeden Redaktion, den Archivierungsvorhaben eines akribischen Radiohörers entgegenzukommen. Viele Sendungen stehen als Tondatei zum Herunterladen zur Verfügung – bei manchen Sendern ist dies für eine begrenzte Zeitdauer der Fall. In kompletter Länge sind sie für den Anwender abrufbar – ohne Unterbrechungen und zu jeder beliebigen Zeit. Auch Suchfunktionen bzw. kategorial geordnete Suchfunktionen sind hier hervorzuheben: Konkret kann nach Moderatoren, nach dem Musik-Genre oder nach der inhaltlichen Thematik auf das Server-Archiv einer Rundfunksendeanstalt online zugegriffen werden.
Der regionale Rundfunksender hat ausgedient
In einer Zeit, in der auch regionale Informationen auf vielen Webseiten ständig aktualisiert bereitstehen, orientiert sich der Radiohörer der Gegenwart an internationalen Rundfunkprogrammen. Vom selben PC, auch zuweilen über Linksammlungen, lassen sich Radiosender sowohl in ihrem laufenden Programm als auch in ihrem Podcastarchiv aus aller Welt verfolgen. Genau dies ist auch eine Ausformung der Globalisierung: Der interessierte Hörer kann englische Sendungen – aber auch Sendungen in anderen Sprachen abrufen. So können – insbesondere bei Nachrichtensendungen – auch andere Standpunkte politischer Diskussionen wahrgenommen werden als dies in deutschen Programmen gewohnt ist oder war. Auch Komponisten, Geschehnisse, Musikstücke und andere Veröffentlichungen, die dem Hörer allein deutschsprachiger Sendungen im Zeitalter des “klassischen Radios” eher verborgen geblieben waren, sind online zugänglich. Das Online-Radio hat Bildungswert – es erweitert den Horizont und erhöht die interkulturelle Sensibilität des Medienkonsumenten.
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